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Depixelise
Ratgeber · 5 Min.

Vektordatei: welche Formate es gibt und wie du sie erstellst

Vektordatei: SVG, PDF, EPS, AI und DXF im Überblick. Was Druckerei, Stickerei und Plotter wollen und wie du deine Datei prüfst und erstellst.

Von Gaël Pons

Veröffentlicht am

in einer Druckwerkstatt folgt ein Schneideplotter den Konturen des Logos NOVA. auf neongrüner Folie, ein kleiner Depixelise-Sticker klebt an der Maschine

Eine Vektordatei speichert dein Logo als Formen (Umrisse, Kurven, Farbflächen) statt als Raster aus Pixeln und bleibt deshalb in jeder Größe scharf. Die gängigen Formate sind SVG, PDF, EPS, AI und DXF. Genau diese Datei meint deine Druckerei, wenn sie „Vektordaten“ verlangt.

Was ist eine Vektordatei?

Eine Vektordatei ist eine Bilddatei ohne Pixel: Statt Bildpunkten speichert sie Anweisungen, nach denen ein Programm Linien, Kurven, Formen und Farben zeichnet; Adobe spricht von mathematischen Ausdrücken. Das Programm berechnet die Formen bei jedem Öffnen neu, und zwar in genau der Größe, die gerade gebraucht wird. Deshalb lässt sich eine Vektordatei ohne Qualitätsverlust skalieren, und dieselbe Datei taugt für den Aufkleber an der Ladenkasse ebenso wie für die Beschriftung des Lieferwagens.

Eine JPG- oder PNG-Datei funktioniert umgekehrt: Sie hält für jeden einzelnen Bildpunkt eine Farbe fest. Ziehst du sie über die Größe hinaus, für die sie angelegt wurde, wird sie unscharf und pixelig. Bei Fotos liegt dafür die Stärke der Pixeldatei: Feine Farbübergänge und viele Details gibt ein Rasterformat besser wieder als eine Vektordatei.

Zwischen Vektorgrafik und Vektordatei liegt nur ein kleiner Unterschied. Die Vektorgrafik ist das Bild selbst, die Vektordatei ist das Dokument, das du verschickst: mit seinem Format, seiner Endung und der Frage, ob die Werkstatt es öffnen kann. Wie eine Vektorgrafik aufgebaut ist und was sie von einer Pixelgrafik unterscheidet, erklärt ein eigener Ratgeber.

Welche Formate sind Vektordateien?

Die wichtigsten Formate für Vektordateien sind SVG, PDF, EPS und AI; in der Werkstatt begegnen dir außerdem DXF und CDR. Die ersten vier nennt Adobe als die gängigsten Vektorformate.

EndungWas dahinterstecktTypischer Einsatz
.svgOffener Standard, vom W3C empfohlen und auf XML aufgebautWebsite, Schneideplotter, Druck
.pdfVon Adobe entwickelt, als ISO 32000 genormt, kann Vektor- und Rastergrafiken enthaltenDruckvorlagen aller Art
.eps1987 von Adobe und Aldus eingeführt, um Grafiken in andere Dateien einzubettenDruckereien, die es noch verlangen
.aiProprietäres Format von Adobe IllustratorGrafiker, die dein Logo bearbeiten
.dxfVon Autodesk spezifiziert, für den Austausch von CAD-DatenLaserschnitt, CNC-Fräse, Schneideplotter
.cdrEigenes, versionsabhängiges Format von CorelDRAWWerkstätten, die mit CorelDRAW arbeiten

Für ein Logo ist die SVG-Datei oft die bequemste Wahl unter diesen Vektordatei-Formaten: Fast jeder Webbrowser zeigt sie an, und zugleich taugt sie als Vorlage für Druck, Plotter und Stickerei. Unser Ratgeber zeigt, was in einer SVG-Datei steckt und wann dein Logo eine braucht.

Beim EPS lohnt ein zweiter Blick: Das Format gilt als veraltet, weil PDF es weitgehend abgelöst hat; manche Druckereien wollen es trotzdem noch haben. Warum das so ist und was in einem EPS stecken kann, erklärt unser Artikel zur EPS-Datei.

Was meint deine Druckerei mit „Vektordaten“?

Mit „Vektordaten“ meint deine Druckerei eine Datei, in der dein Logo aus bearbeitbaren Formen besteht, ganz gleich, welches Wort sie dafür benutzt. Je nach Betrieb hörst du:

  • „Vektordatei“, „vektorisierte Datei“ oder „Vektorgrafik“: dasselbe, nur anders gesagt.
  • „Schrift in Pfade umgewandelt“: Die Buchstaben sind keine Schrift mehr, sondern Formen, und der Text sieht auf jedem Rechner gleich aus. In Illustrator heißt der Befehl „In Pfade umwandeln“. Laut Adobe erleichtert das die Weitergabe, weil keine Probleme mit der Schriftdarstellung mehr entstehen.
  • „Offene Daten“ oder „Originaldatei“: die Arbeitsdatei, in der das Logo gestaltet wurde, oft eine AI-Datei aus Illustrator.
  • „Reinzeichnung“: die saubere Endfassung eines Entwurfs, also eine druck- oder onlinefertige Datei.

Verwechsle das nicht mit „hoher Auflösung“ oder „300 dpi“: Damit ist eine große Pixeldatei gemeint, keine Vektordatei. Weißt du nicht genau, was gewünscht ist, frag einfach zurück: „Braucht ihr eine SVG-Datei, ein PDF mit Vektordaten oder ein Bild mit 300 dpi?“

Warum verlangen Druckerei, Stickerei und Werbetechnik eine Vektordatei?

Druckerei, Stickerei und Werbetechnik verlangen eine Vektordatei, weil sie dein Logo fast immer auf eine neue Größe bringen und weil viele ihrer Maschinen Umrisse brauchen statt Pixel.

  • Schneideplotter: Sein Messer schneidet die Konturen einer Vektorgrafik in eine Folie, für Textilien in Flexfolie oder Flockfolie. In einem JPG findet es keine Kontur, der es folgen könnte.
  • Stickerei: Die Stickmaschine liest kein Bild, sondern eine Datei mit Steuerbefehlen, zum Beispiel im Format DST. Diese Stickdatei legt meist die Stickerei selbst an, und eine saubere Vektordatei erspart ihr, dein Logo vorher nachzuzeichnen.
  • Laser und CNC-Fräse: Fürs Schneiden und Fräsen zählen die Konturen, und die meisten CAD- und CNC-Programme lesen DXF. Gravieren kann der Laser dagegen vektor- oder rasterorientiert; frag die Werkstatt, welche Datei sie für deine Gravur haben möchte.
  • Siebdruck: Jede Farbe bekommt ein eigenes Sieb, die Druckerei braucht dein Logo also sauber nach Farben getrennt. Was das für deine Datei bedeutet, zeigt unser Ratgeber zum Siebdruck für dein Logo.
  • Großformat: Auf Banner, Plane oder Fahrzeug wächst ein Logo so stark, dass die Pixel einer gewöhnlichen Bilddatei sichtbar würden.

Nicht jeder Auftrag braucht eine Vektordatei. Für einen Flyer oder eine Visitenkarte im Digitaldruck kann ein PNG mit genug Pixeln reichen: Ein 8 cm breites Logo braucht bei 300 dpi rund 945 Pixel Breite (8 ÷ 2,54 × 300). Wie groß dein eigenes Bild scharf gedruckt werden kann, zeigt dir der Rechner Pixel in cm.

Wie erkennst du, ob deine Datei eine Vektordatei ist?

Ob deine Datei eine Vektordatei ist, siehst du in zwei Schritten: zuerst an der Dateiendung, dann mit einem Blick in starker Vergrößerung.

  1. Nie eine Vektordatei: .jpg oder .jpeg, .png, .gif, .tif, .bmp, .webp und .heic. PNG, GIF, JPEG, TIFF und BMP sind die bekanntesten Formate für Rastergrafiken, und HEIC ist das Fotoformat, das iPhones seit iOS 11 standardmäßig nutzen. Solche Dateien speichern immer Pixel, auch wenn sie riesig sind oder einen transparenten Hintergrund haben.
  2. Fast immer eine Vektordatei: .svg, .ai, .eps, .dxf und .cdr. Auch sie können allerdings ein Pixelbild enthalten: Eine SVG-Datei kann über das Element <image> eine Rastergrafik einbinden, und ein EPS kann neben Vektordaten auch Bitmap-Informationen enthalten.
  3. Ohne Öffnen nicht zu sagen: .pdf. Ein PDF kann Raster- und Vektorgrafiken enthalten, und ein JPG, das jemand als PDF gespeichert hat, bleibt darin ein Pixelbild.

Den Ausschlag gibt der Zoom. Öffne die Datei im Browser oder in deinem PDF-Programm und vergrößere den Rand eines Buchstabens so weit wie möglich. Bleibt die Kante glatt, sind echte Formen in der Datei; zerfällt sie in Treppenstufen, steckt ein Pixelbild darin. Manche Online-Konverter liefern genau solche Dateien: eine Vektorendung, hinter der nur ein Pixelbild steckt. Woran du ein falsches SVG aus einem JPG erkennst, zeigt ein eigener Ratgeber.

Welche Vektordatei schickst du wem?

Welche Vektordatei du schickst, hängt vom Empfänger ab: Die Druckerei bekommt am besten ein PDF mit Vektordaten oder eine SVG-Datei, der Schneideplotter eine SVG- oder DXF-Datei und die Stickerei eine saubere Vorlage für ihre Stickdatei.

EmpfängerAm bestenWarum
Druckerei (Flyer, Banner, Schild)PDF mit Vektordaten, sonst SVGFür Druckvorlagen gibt es mit PDF/X eigene ISO-Normen (ISO 15930)
SiebdruckPDF, SVG oder EPS mit getrennten VolltonfarbenEin Sieb pro Farbe
SchneideplotterSVG oder DXFDesign Space von Cricut zum Beispiel übernimmt beide als Vektorbilder
Laserschnitt, CNC-FräseDXFDie meisten CAD- und CNC-Programme lesen DXF
StickereiSVG oder PDFVorlage für die Stickdatei
GrafikerAI oder SVGZum Weiterbearbeiten
WebsiteSVG, dazu ein PNGWebbrowser zeigen SVG direkt an

Ein EPS schickst du nur, wenn es ausdrücklich verlangt wird, und eine AI-Datei nur an jemanden, der Illustrator hat: Programme anderer Anbieter können AI-Dateien laut Adobe zwar anzeigen, aber nicht in vollem Umfang bearbeiten. Im Zweifel kostet eine kurze Rückfrage weniger als eine abgelehnte Datei.

Wie kannst du eine Vektordatei erstellen?

Eine Vektordatei für dein Logo erstellst du auf einem von drei Wegen: Du besorgst die Originaldatei, du vektorisierst das Bild, das du hast, oder du lässt das Logo neu zeichnen. Entwirfst du ein Logo ganz neu, entsteht die Vektordatei gleich im Vektorprogramm. Liegt deine Vektordatei nur im falschen Format vor, genügt Punkt 4: das Umwandeln.

1. Die Originaldatei anfragen

Frag zuerst die Agentur, den Grafiker oder das Vereinsmitglied, das dein Logo gestaltet hat, nach den offenen Daten. Oft liegt die Datei noch irgendwo: in der Rechnung mit dem Download-Link, im Postfach der früheren Kassenwartin oder in einem Ordner „Logo final“ auf dem Vereinsrechner. Nimm dabei jedes Vektorformat an, ob AI, EPS, PDF oder SVG: Umwandeln kannst du die Datei später, prüf sie aber gleich mit dem Zoom.

2. Das vorhandene Bild vektorisieren

Ist kein Original mehr aufzutreiben, machst du die Vektordatei aus deinem JPG oder PNG: Beim Vektorisieren werden die Kanten im Pixelbild erkannt und als Pfade nachgebaut, also als Umrisse, die ein Programm einzeln bearbeiten kann. In Adobe Illustrator heißt die Funktion Bildnachzeichner, das kostenlose Inkscape kann Rastergrafiken importieren und vektorisieren, und mit einem Online-Konverter klappt es ohne Installation. Am besten gelingen Logos aus klaren Flächen mit wenigen Farben. Unser Ratgeber erklärt, wie Vektorisieren funktioniert und wie du das Ergebnis prüfst.

3. Das Logo neu zeichnen lassen

Ein Grafiker baut dein Logo von Grund auf nach, Kurve für Kurve. Das lohnt sich, wenn die Vorlage winzig, verschwommen oder voller Farbverläufe ist, oder wenn die automatische Umwandlung eine Schrift verzerrt. Den Preis nennt er dir meist nach einem Blick auf die Vorlage.

4. Die Datei ins verlangte Format bringen

Hast du eine Vektordatei im falschen Format, wandelst du sie um, ohne dass die Formen verloren gehen. Inkscape exportiert unter anderem EPS und PDF, und in Illustrator speicherst du ein PDF über „Datei > Speichern unter“ und die Auswahl „Adobe PDF (*.PDF)“. DXF-Dateien lesen und schreiben neben den meisten CAD-Programmen auch viele Vektorprogramme, darunter Inkscape. Wie du aus deinem Logo eine DXF-Datei für Laser oder Plotter machst, beschreibt ein eigener Ratgeber. Das Umwandeln klappt aber nur von Vektor zu Vektor: Ein Pixelbild bekommt durch den Export keine Pfade.

Was tust du, wenn von deinem Logo nur ein Foto übrig ist?

Ist von deinem Logo nur ein Handyfoto, ein Screenshot oder ein JPG aus einer alten E-Mail übrig, wird daraus mit Depixelise trotzdem eine Vektordatei. Auch ein unscharfes Bild, ein abfotografierter Flyer oder ein Logo, das aus einem alten Dokument kopiert wurde, taugt als Ausgangspunkt. Erlaubt sind PNG, JPG, WebP und SVG bis 10 MB.

Ist das Bild zu klein, wird es zuerst vergrößert; dann verschwindet der Hintergrund, und die Umrisse entstehen als Kurven neu. Das dauert etwa zehn Sekunden. Das Ergebnis erscheint sofort in Großansicht, mit deinem Original zum Vergleich. Zoome auf 400 oder 800 % und stell den Hintergrund der Vorschau auf „Dunkel“: So prüfst du Kanten, kleine Schrift und Reste des alten Hintergrunds.

Per E-Mail kommt das Druckpaket, vier Anhänge für vier Zwecke: dein Logo als SVG, dasselbe als PNG von 2.000 px Breite ohne Hintergrund, eine rein schwarze und eine rein weiße Fassung. Ein EPS oder eine DXF-Datei ist nicht dabei: Brauchst du eines dieser Formate, öffnest du das SVG in Inkscape und speicherst es dort im verlangten Format. Kosten entstehen keine: Das Tool ist 100 % kostenlos, ein Konto ist nicht nötig, und keine Datei trägt ein Wasserzeichen.

Eine Grenze gibt es: Bei einem sehr kleinen oder unscharfen Foto baut das Tool die Formen neu auf, und dabei kann sich ein Detail verändern, etwa die Rundung eines Buchstabens. Vergleich das Ergebnis deshalb Zeichen für Zeichen mit deinem Original. Depixelise druckt übrigens nichts: Die Dateien gibst du an die Druckerei oder Stickerei deiner Wahl weiter.

FAQ

Warum lehnt die Druckerei eine Vektordatei ab?

Eine Druckerei lehnt eine Vektordatei häufig ab, weil sie nur dem Namen nach eine ist: Im PDF oder SVG steckt in Wahrheit ein Pixelbild. Weitere Gründe sind Schrift, die nicht in Pfade umgewandelt wurde, Linien, die für Sieb oder Stickerei zu fein sind, und fehlende Angaben zu den Farben. Frag nach dem genauen Grund, denn meist lässt sich der Fehler beheben.

Womit öffnest du eine Vektordatei ohne Illustrator?

Ohne Illustrator öffnest du eine Vektordatei je nach Format im Browser, in einem PDF-Programm oder im kostenlosen Inkscape. Eine SVG-Datei stellt jeder gängige Browser dar, ein PDF jedes PDF-Programm. AI-, EPS- und CDR-Dateien importiert Inkscape ebenso wie DXF-Dateien aus CAD-Programmen.

Ist eine Druckdatei dasselbe wie eine Vektordatei?

Eine Druckdatei ist nicht dasselbe wie eine Vektordatei: Gemeint ist die fertige Vorlage, nach der gedruckt wird, häufig ein PDF. Sie kann Fotos aus Pixeln enthalten und daneben Logo und Schrift als Formen. Für dein Logo zählt, dass es selbst darin als Vektorgrafik steckt.

Ist eine Vektordatei auch für die Website geeignet?

Für die Website eignet sich unter den Vektordateien vor allem die SVG-Datei: Webbrowser stellen sie direkt dar, und auf hochauflösenden Bildschirmen bleibt dein Logo scharf. PDF, EPS und AI sind dagegen keine Bildformate fürs Web. Für Social Media und Dokumente nimmst du zusätzlich ein PNG mit transparentem Hintergrund.

Was ist eine CDR-Datei?

Eine CDR-Datei ist die Arbeitsdatei von CorelDRAW, einem Vektorgrafikprogramm der Corel Corporation, das vor allem unter Windows verbreitet ist. Ihr Format hängt von der Programmversion ab, mit der sie gespeichert wurde. Hast du kein CorelDRAW, bitte den Absender zusätzlich um ein PDF oder eine SVG-Datei.