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Depixelise
Artikel · 4 Min.

300 dpi: Was es bedeutet und wie viele Pixel du brauchst

300 dpi sind rund 118 Pixel pro cm, A4 braucht 2.480 × 3.508 Pixel. Warum ein neuer dpi-Wert nichts schärfer macht und ein Vektorlogo keinen braucht.

Von Gaël Pons

Veröffentlicht am

eine Hand hält im Lichtstrahl ein A4-Blatt, auf dem das Logo OPUS und der kleine Text gestochen scharf sind, in der Ecke ein Depixelise-Sticker

300 dpi bedeutet 300 Bildpunkte pro Zoll, also rund 118 Pixel pro Zentimeter Druckfläche. Ob ein Bild dafür reicht, entscheidet seine Pixelzahl im Verhältnis zur Druckgröße, nicht der dpi-Wert in der Datei. Ein Logo als Vektordatei braucht gar keine dpi-Angabe.

Was bedeutet 300 dpi?

300 dpi heißt, dass auf jedem Zoll Druckfläche 300 Punkte nebeneinanderliegen. Die Abkürzung steht für „dots per inch“, und ein Zoll ist seit 1959 auf exakt 25,4 mm festgelegt. Umgerechnet kommen auf jeden Zentimeter rund 118 Punkte (300 ÷ 2,54), und ein einzelner Punkt misst knapp 0,085 mm.

Wie gut ein Bild ist, sagt die Zahl allein nicht. Die Auflösung beschreibt ein Verhältnis: so viele Pixel auf so viel Papier. Ein Logo mit 600 Pixeln Breite erreicht 300 dpi, wenn es gut 5 cm breit gedruckt wird, etwa auf einer Visitenkarte. Auf 20 cm gestreckt, bleiben von denselben 600 Pixeln nur rund 76 dpi übrig, an den Kanten werden Treppenstufen sichtbar, und der Druck wirkt unscharf.

Was ist der Unterschied zwischen dpi und ppi?

Dpi und ppi messen beide eine Dichte pro Zoll, zählen aber verschiedene Dinge: dpi die Druckpunkte, die ein Gerät aufs Papier setzt, ppi („pixels per inch“) die Pixel einer Bilddatei. Wichtig ist die Trennung, weil bei gängigen Druckverfahren auf ein Pixel mehrere Druckpunkte fallen. Derselbe Wikipedia-Artikel nennt den Laserdrucker mit 1.200 dpi neben der Foto-Ausbelichtung mit 300 ppi: Die Zahl des Druckers und die Zahl des Bildes sind zwei Paar Schuhe.

Im Alltag gehen beide Begriffe durcheinander. Verlangt deine Druckerei „300 dpi“, meint sie damit meist Pixel: 300 für jeden Zoll, den dein Motiv später auf dem Papier einnimmt.

Warum verlangen Druckereien gerade 300 dpi?

Die 300 dpi lassen sich aus der Feinheit des Druckrasters herleiten: Ein Bild braucht als Faustregel das 1,5- bis 2-Fache der Rasterweite an Pixeln pro Zoll. Bei einem feinen Raster von 150 Linien pro Zoll sind das 225 bis 300, mit dem Faktor 2 genau 300.

Gedruckte Fotos und Farbverläufe bestehen nämlich aus feinen Rasterpunkten. Für glatte Kunstdruck- und Bilderdruckpapiere nennt Wikipedia einen feinen Raster von etwa 60 Linien pro Zentimeter, für raue Zeitungs- und Naturpapiere 36 bis 48. Sechzig Linien pro Zentimeter sind rund 152 Linien pro Zoll (60 × 2,54), also fast genau die 150 Linien aus dem Rechenbeispiel. Für den gröberen Raster auf Zeitungspapier reichen nach derselben Regel weniger Pixel.

Wie rechnest du 300 dpi in Pixel um?

Um 300 dpi in Pixel umzurechnen, teilst du die Druckgröße in Zentimetern durch 2,54 und multiplizierst das Ergebnis mit 300, für Breite und Höhe getrennt. Ein DIN-A4-Blatt misst 210 × 297 mm und braucht damit 2.480 × 3.508 Pixel.

Zwei Beispiele für ein Logo auf einem T-Shirt:

  • Brustlogo, 9 cm breit: 9 ÷ 2,54 × 300 ergibt rund 1.063 Pixel Breite.
  • Rückenmotiv, 30 cm breit: rund 3.543 Pixel Breite. Ein Logo mit 600 Pixeln reicht dafür bei Weitem nicht.

Für A3, A5, eine Visitenkarte oder ein Poster musst du nicht selbst rechnen: Der DPI-Rechner Pixel in cm zeigt dir die nötigen Pixel für jedes dieser Formate, auch bei 150 dpi.

Wird ein Bild schärfer, wenn du es auf 300 dpi umstellst?

Ein Bild wird nicht schärfer, wenn du nur seinen dpi-Wert auf 300 änderst: Die Zahl steht in den Metadaten der Datei, legt fest, wie groß die Pixel gedruckt werden, und fügt kein einziges hinzu. Das GIMP-Handbuch sagt es über den Befehl „Druckgröße“ ausdrücklich: Er ändert die Zahl der Pixel nicht und berechnet das Bild nicht neu. Ein Logo mit 600 Pixeln Breite behält seine 600 Pixel, ob in der Datei 72 oder 300 dpi eingetragen sind.

In Photoshop findest du dieselbe Einstellung unter „Bild“ › „Bildgröße“. Dort entscheidet das Häkchen „Neu berechnen“: Ist es aus, ändert eine neue Auflösung automatisch die Abmessungen, also die Druckgröße in Zentimetern. Ist es an, verändert Photoshop die Pixeldaten des Bildes.

Neue Pixel bringen aber keine neuen Details. Beim Hochskalieren wird jedes neue Pixel aus seinen Nachbarn errechnet (Interpolation), und das ist in der Regel mit einem sichtbaren Qualitätsverlust verbunden. Das Bild wird größer, schärfer wird es dadurch nicht. Für deinen Druck zählt deshalb, wie viele Pixel dein PNG oder JPG von Anfang an mitbringt.

Wie prüfst du, ob dein Bild für 300 dpi reicht?

Ob dein Bild für 300 dpi reicht, prüfst du an seinen Maßen in Pixeln, nicht an der dpi-Angabe in den Dateieigenschaften. Teile die Breite in Pixeln durch 118: Das Ergebnis ist die größte Breite in Zentimetern, die bei 300 dpi scharf herauskommt. Liegt sie unter dem Maß, das du drucken willst, fehlen Pixel, egal welche Zahl in der Datei steht. Mach dasselbe mit der Höhe.

Schneller geht es, wenn du das Bild in den DPI-Rechner ziehst: Er liest Breite und Höhe selbst aus und zeigt, bis zu welcher Größe es scharf gedruckt wird. Das Bild wird dabei nur auf deinem Gerät ausgelesen und nicht hochgeladen.

Wann reichen weniger als 300 dpi?

Weniger als 300 dpi reichen, wenn man den Druck aus größerem Betrachtungsabstand sieht, etwa ein Plakat, ein Banner oder eine Plane. Adobe nennt 300 DPI als Richtwert für Fotos, Flyer und Geschäftsdokumente, für ein Poster dagegen je nach Größe und Betrachtungsabstand mindestens 100 DPI. Je weiter du entfernt stehst, desto weniger Details erkennst du.

Die Grenze setzt das Auge. Als normale Sehschärfe gilt eine Auflösung von einer Winkelminute, und auf 5 m Abstand entspricht das etwa 1,5 mm. Ein Pixel misst bei 100 dpi rund 0,25 mm, bei 300 dpi knapp 0,085 mm: Aus 5 m Entfernung liegen beide weit unter dem, was du noch unterscheiden kannst. Für die Datei ist der Unterschied groß: Eine Plane von 2 × 1 m bräuchte bei 300 dpi 23.622 × 11.811 Pixel, bei 100 dpi nur 7.874 × 3.937, also ein Neuntel der Pixelmenge.

Den Wert für dein Großformat legt die Druckerei fest, die es druckt. Frag sie danach, bevor du die Datei anlegst.

Braucht ein Logo 300 dpi?

Ein Logo braucht keine 300 dpi, wenn es als Vektordatei vorliegt: Dann besteht es aus Formen statt aus Pixeln, und Vektorgrafiken lassen sich ohne Qualitätsverlust beliebig skalieren. Das Programm zeichnet die Formen einer Vektorgrafik in jeder Druckgröße neu, ob 3 cm auf dem Kugelschreiber oder 3 m auf der Plane. Die dpi-Frage stellt sich erst, wenn du aus der Vektordatei deines Logos ein PNG oder JPG exportierst.

Die 300-dpi-Regel betrifft dein Logo also nur als Pixelgrafik (Rastergrafik), zum Beispiel als PNG für den Digitaldruck auf einem Flyer. Manchen Verfahren genügt dagegen kein Pixelbild, wie groß es auch ist. Ein Schneideplotter braucht Umrisse: Er schneidet Flex- und Flockfolie entlang der Konturen einer Vektorgrafik. Für den Siebdruck deines Logos wird meist ebenfalls eine Vektordatei verlangt. Dasselbe gilt in der Regel, wenn aus deinem Logo eine Stickdatei entstehen soll.

Für einen Flyer mit Foto und Logo heißt das: Das Foto braucht genug Pixel für seine Druckgröße, das Logo als PNG ebenso. Als Vektordatei bleibt es in jeder Größe scharf. Liegt dein Logo nur als PNG vor, zeigt ein eigener Artikel, wie aus dem PNG ein SVG wird.

Was tun, wenn dein Logo für 300 dpi zu klein ist?

Ist dein Logo für die gewünschte Druckgröße zu klein, hilft das Vektorisieren: Eine Vektordatei besteht aus Formen und hat keine Pixel, die fehlen könnten. Depixelise nimmt dafür auch sehr kleine Ausgangsbilder an: Unterhalb einer Mindestgröße vergrößert der Server das Bild automatisch, und seine Umrisse werden als Pfade neu aufgebaut. So hat sogar das kleine Logo aus der Kopfzeile deiner Website eine Chance auf ein scharfes Ergebnis. Weil die Formen dabei neu entstehen, legst du das Ergebnis neben dein Original und prüfst vor allem kleine Schrift.

Hochladen kannst du Dateien bis 10 MB, als PNG, JPG, WebP oder SVG. Nach etwa zehn Sekunden erscheint das vektorisierte Logo in Großansicht, und du kannst bis 800 % hineinzoomen. Per E-Mail bekommst du die SVG-Datei, eine einfarbige Version, eine Negativ-Version für dunkle Hintergründe und ein PNG mit durchsichtigem Hintergrund. Mit seinen 2.000 Pixeln Breite reicht es bei 300 dpi für knapp 17 cm. Das alles ist 100 % kostenlos, ohne Anmeldung und ohne Wasserzeichen.

FAQ

Kann man ein Bild mit 72 dpi drucken?

Ein Bild mit 72 dpi lässt sich drucken, wenn es genug Pixel hat, denn die Zahl 72 ist nur ein Eintrag in der Datei. Ein Bild mit 2.480 × 3.508 Pixeln füllt eine A4-Seite bei 300 dpi, auch wenn es mit 72 dpi gespeichert ist. Es genügt, die Angabe ohne Neuberechnung auf 300 dpi zu ändern. Mit dem Druck hat die Zahl 72 wenig zu tun: Seit den 1980er-Jahren gilt auf dem Mac 72 ppi als Standardwert der Bildschirmanzeige, unter Windows 96 ppi.

Wie viele Megapixel braucht ein Foto für A4 bei 300 dpi?

Ein Foto für A4 bei 300 dpi braucht rund 8,7 Megapixel, denn 2.480 × 3.508 Pixel ergeben knapp 8,7 Millionen Bildpunkte. Ein Foto mit 4.000 × 3.000 Pixeln, also 12 Megapixeln, reicht bei 300 dpi für 33,9 × 25,4 cm und damit für mehr als eine A4-Seite.

Mit welcher Auflösung scannst du ein gezeichnetes Logo ein?

Ein gezeichnetes Logo scannst du mit der Auflösung, die zu seiner späteren Druckgröße passt: Bei 300 dpi bekommst du ein Bild, das in Originalgröße scharf gedruckt wird, bei 600 dpi eines für die doppelte Breite. Eine Skizze von 5 cm Breite ergibt bei 600 dpi rund 1.181 Pixel, genug für ein Logo von 10 cm bei 300 dpi.

Was bedeutet „300 dpi im Endformat“?

„300 dpi im Endformat“ bedeutet 300 Pixel pro Zoll in der Größe, in der das Bild am Ende gedruckt wird, nicht in der Größe, in der die Datei angelegt ist. Ziehst du ein Bild mit 300 dpi im Layout auf die doppelte Breite, bleiben 150 dpi übrig; verkleinerst du es auf die Hälfte, werden es 600.