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Depixelise
Ratgeber · 5 Min.

Vektorisieren: was es bedeutet und wie es in 3 Schritten geht

Vektorisieren heißt, Pixel durch Pfade zu ersetzen: wann deine Druckerei das verlangt, wie es in 3 Schritten geht und wie du das Ergebnis prüfst.

Von Gaël Pons

Veröffentlicht am

ein Bildschirm im Hinterzimmer einer Bäckerei: das Logo MOULIN. links verpixelt, rechts gestochen scharf, mit einem kleinen Depixelise-Sticker am Bildschirmrand

Probier es gleich aus

Lade dein Bild hoch: Du siehst das Ergebnis sofort in Großansicht und kannst hineinzoomen. Die SVG-Datei und das Druckpaket schicken wir dir per E-Mail.

Vektorisieren heißt, ein Bild aus winzigen Farbquadraten (Pixeln) in klare Formen umzuwandeln, die in jeder Größe scharf bleiben. Heraus kommt eine Vektordatei, also genau das, was deine Druckerei mit „Vektordaten“ meint. Mit einem Online-Konverter wie Depixelise geht das kostenlos und dauert etwa zehn Sekunden.

Was bedeutet vektorisieren?

Vektorisieren bedeutet, eine Pixelgrafik in eine Vektorgrafik umzuwandeln: Die Datei speichert dann nicht mehr die Farbe jedes einzelnen Pixels, sondern Pfade, also Umrisse, Kurven und Farbflächen. Die deutschsprachige Wikipedia beschreibt Vektorisierung als den automatisierten Prozess der Konvertierung von Rastergrafiken in Vektorgrafiken.

Den Unterschied siehst du beim Vergrößern. Ein JPG oder PNG ist ein Raster aus Pixeln: Ziehst du es auf Plakatgröße, wird jedes Quadrat sichtbar, und schräge Kanten werden zu Treppenstufen. Eine Vektorgrafik berechnet das Programm bei jeder Größe neu, deshalb bleiben ihre Kanten glatt, auf dem Kugelschreiber genauso wie auf der Hauswand.

Gespeichert wird das Ergebnis meistens als SVG. Auch PDF, EPS und das Illustrator-Format AI können Vektordaten enthalten.

Was unterscheidet eine Pixelgrafik von einer Vektorgrafik?

Eine Pixelgrafik (auch Rastergrafik genannt) besteht aus einer festen Anzahl farbiger Punkte, eine Vektorgrafik aus Formen, die sich ohne Qualitätsverlust beliebig skalieren lassen. Für Fotos ist das Raster ideal, für Logos und Schrift die Vektorgrafik.

PixelgrafikVektorgrafik
AufbauRaster aus PixelnPfade: Umrisse, Kurven, Flächen
Beim Vergrößernwird unscharf, Kanten werden stufigbleibt scharf
Typische FormateJPG, PNG, WebPSVG, PDF, EPS, AI
Stark beiFotos, weichen FarbverläufenLogos, Schriftzügen, Icons

Ein Bild „in hoher Auflösung“ ist übrigens immer noch eine Pixelgrafik, nur mit mehr Pixeln. Es verträgt eine stärkere Vergrößerung, wird aber irgendwann genauso unscharf. Hochskalieren macht das Raster größer, Vektorisieren ersetzt es durch Formen.

Wann musst du ein Logo vektorisieren?

Ein Logo musst du vektorisieren, sobald es gestickt, geschnitten, graviert oder im Siebdruck gedruckt werden soll, und meist auch dann, wenn es deutlich größer gedruckt wird als auf dem Bildschirm. Viele Maschinen in der Textilveredelung und Werbetechnik arbeiten mit Umrissen, nicht mit einzelnen Pixeln.

  • Druckerei: Für Banner, Schilder, Aufkleber oder Fahrzeugbeschriftungen verlangt sie häufig Vektordaten, weil das Motiv dort ein Vielfaches seiner Bildschirmgröße erreicht.
  • Siebdruck: Jede Farbe bekommt ein eigenes Sieb. Dafür braucht die Druckerei klar getrennte Volltonfarben, wie unser Ratgeber zum Siebdruck auf T-Shirts und anderen Textilien zeigt.
  • Stickerei: Aus deiner Vektordatei erstellt die Stickerei eine Stickdatei, die der Maschine Stich für Stich vorgibt, wohin die Nadel geht.
  • Plotter: Ein Schneideplotter schneidet Flexfolie oder Flockfolie an den Pfaden entlang aus, etwa für Rückennummern auf Trikots oder einen Schriftzug auf dem Hoodie.
  • Laserschnitt und Lasergravur: Beim Schneiden fährt der Laser die Konturen der Datei ab, und auch für Gravuren auf Holz, Glas oder Metall sind saubere Umrisse die beste Vorlage.

Verlangt deine Druckerei dagegen nur eine „hohe Auflösung“, kann auch ein großes PNG genügen. Frag im Zweifel nach, welches Format sie erwartet.

Wie vektorisierst du ein Bild in 3 Schritten?

Online und kostenlos vektorisierst du ein Bild in drei Schritten: die beste Ausgangsdatei suchen, sie in einen Konverter laden und das Ergebnis in starker Vergrößerung prüfen. Installieren musst du dafür nichts.

1. Die größte und schärfste Datei suchen

Die beste Vorlage ist die größte und schärfste Version deines Logos, die du auftreiben kannst, am besten ein PNG statt eines stark komprimierten JPGs. Je mehr Pixel das Original hat, desto genauer werden die neuen Formen: Laut Wikipedia braucht eine saubere automatische Vektorisierung häufig ein hochauflösendes Quellbild. Durchsuch alte E-Mails, frag bei der Agentur oder beim Grafiker von damals nach und greif erst zuletzt zum Screenshot. Wenn es doch einer sein muss, vergrößere die Webseite vorher so weit wie möglich.

2. Das Bild in den Konverter laden

Auf Depixelise ziehst du die Datei in das Upload-Feld; erlaubt sind die Formate PNG, JPG, WebP und SVG mit höchstens 10 MB. Der Server vergrößert ein zu kleines Bild, entfernt den Hintergrund und baut alle Formen als Pfade neu auf. Nach etwa zehn Sekunden ist die Vektorgrafik fertig.

3. Das Ergebnis im Zoom kontrollieren

Stell den Zoom auf 400 %, besser auf 800 %, und schau dir zuerst die feinsten Stellen an: kleine Schrift, dünne Linien, spitze Ecken. Dort zeigen sich Fehler als Erstes, und dort fallen sie auch der Druckerei zuerst auf.

Wie prüfst du, ob das Vektorisieren geklappt hat?

Ob das Vektorisieren geklappt hat, erkennst du an vier Dingen: Die Kanten bleiben in starker Vergrößerung glatt, die kleine Schrift ist lesbar, die Farbflächen sind sauber und der Hintergrund ist wirklich transparent.

  • Kanten: Rundungen müssen auch bei 800 % glatt bleiben. Stufen bedeuten, dass irgendwo noch Pixel stecken.
  • Kleine Schrift: Slogan, Telefonnummer oder Webadresse unter dem Logo leiden zuerst. Vergleich jeden Buchstaben mit dem Original: Ein „e“ darf nicht zulaufen, ein „i“ seinen Punkt nicht verlieren.
  • Farbflächen: Jede Fläche sollte aus genau einer Farbe bestehen, ohne Sprenkel oder Inseln in einem leicht anderen Ton. Beim Siebdruck kostet jede zusätzliche Farbe ein weiteres Sieb.
  • Hintergrund: Leg das Logo auf einen dunklen Hintergrund. Ein weißer Kasten, der auf Papier niemandem auffällt, ist auf einem schwarzen T-Shirt sofort zu sehen.

Haarfeine Linien können beim Vektorisieren verschwinden, Farbverläufe und Schatten werden in Stufen zerlegt. Das ist normal, du solltest es aber vor der Bestellung wissen.

Vorsicht auch bei der Dateiendung: Nicht jede SVG-Datei ist wirklich vektorisiert. Manche Programme verpacken einfach ein Pixelbild in eine .svg-Datei. Wird das Bild beim Hineinzoomen kantig, ist es keine echte Vektorgrafik.

Depixelise zeigt dein vektorisiertes Logo direkt nach der Umwandlung in Großansicht, gleich neben deinem Original. Mit dem Schieberegler oder in der Ansicht nebeneinander vergleichst du beide Fassungen, du zoomst auf 100, 400 oder 800 % und legst das Ergebnis wahlweise auf ein Schachbrett, einen dunklen oder einen hellen Hintergrund. So beurteilst du mit eigenen Augen, ob Kanten, Schrift und Hintergrund stimmen. Bezahlen musst du dafür nichts: Der Konverter ist 100 % kostenlos, verlangt kein Konto und setzt kein Wasserzeichen auf die Datei.

Was steckt im Druckpaket?

Das Druckpaket von Depixelise besteht aus vier Dateien, die per E-Mail kommen, jede mit einer kurzen Erklärung, wofür sie gedacht ist.

  • Die SVG-Datei, vektorisiert und freigestellt: die Hauptdatei für Druckerei, Siebdruck, Stickerei oder Plotter.
  • Ein PNG, 2.000 Pixel breit, mit transparentem Hintergrund: für Website, Social Media und Dokumente. Bei 300 dpi reicht es für rund 17 cm Druckbreite (2.000 ÷ 300 × 2,54 cm); andere Maße rechnet dir das Tool Pixel in cm aus.
  • Eine einfarbige Version ganz in Schwarz: für Gravur, Stempel oder eine einfarbige Stickerei.
  • Eine Negativ-Version ganz in Weiß: für dunkle Textilien und Hintergründe, auf denen dein farbiges Logo untergehen würde.

Auch die schwarze und die weiße Version sind SVG-Dateien. Weil dort alles in einer einzigen Farbe steht, können zwei Logoteile verschmelzen, die sich nur durch ihre Farbe unterscheiden. In der Vorschau zeigen dir die Knöpfe „Mono“ und „Negativ“, ob das bei deinem Logo passiert.

Wie das Logo auf einem dunklen Shirt wirkt, testest du kostenlos mit dem T-Shirt-Mockup-Generator. Unser Ratgeber erklärt außerdem, was ein Mockup leisten kann und wo seine Grenzen liegen.

Welche Bilder lassen sich gut vektorisieren?

Am besten lassen sich Bilder mit klaren Formen und wenigen Farben vektorisieren: Logos aus Farbflächen, Icons, Schriftzüge und Zeichnungen mit dunklem Strich auf hellem Papier. Je weicher die Übergänge im Bild, desto stärker weicht das Ergebnis vom Original ab.

Wie gut klappt es mit Zeichnungen und Scans?

Zeichnungen und Scans lassen sich gut vektorisieren, wenn der Strich kräftig und dunkel ist, etwa mit Filzstift oder Tusche auf weißem Papier. Bleistift, Schraffuren und Schattierungen ergeben dagegen unruhige Konturen und kleine Flecken. Fotografierst du die Zeichnung mit dem Handy, können auch der Schatten deiner Hand oder die Struktur des Papiers zu Formen werden.

Kann man ein Foto vektorisieren?

Ein Foto lässt sich vektorisieren, wird dabei aber zu einer Illustration aus Farbflächen und nie zu einer originalgetreuen Kopie. Die Wikipedia nennt den Grund: Fotos natürlicher Objekte enthalten viele weiche Übergänge und kleine Details, eine gute automatische Vektorisierung ist dann schwierig. Für ein Porträt im Siebdruck oder eine Schablone kann der plakative Look trotzdem genau richtig sein.

Was tun, wenn das Bild zu klein ist?

Ist das Bild zu klein, such zuerst nach einer größeren Version des Originals: Das ist immer die beste Lösung. Gibt es keine, vergrößert Depixelise das Bild automatisch und baut die Formen anschließend neu auf. Dabei kann sich ein Schriftdetail verändern, etwa eine abgerundete Ecke oder ein Buchstabe, der leicht anders aussieht. Vergleich das Ergebnis deshalb genau mit deinem Original.

Geht Vektorisieren auch mit Illustrator oder Inkscape?

Ja, auch mit Adobe Illustrator oder Inkscape kannst du vektorisieren. Beide Programme geben dir mehr Kontrolle über das Ergebnis, verlangen aber Einarbeitung und etwas Geduld beim Einstellen.

  • Adobe Illustrator: Die Funktion heißt Bildnachzeichner. Laut Adobe wandelst du damit ein Rasterbild, etwa ein JPEG, in bearbeitbare Formen und Pfade um: Bild auswählen, im Bedienfeld „Eigenschaften“ auf „Bildnachzeichner“ klicken, eine Vorgabe wählen und zum Schluss auf „Umwandeln“ klicken. Illustrator gibt es im Abo: Als Einzelprodukt kostet es 25,99 € pro Monat inklusive MwSt. im Jahresabo mit monatlicher Zahlung (Stand: 15. Oktober 2026).
  • Inkscape: Inkscape ist freie Software für Windows, macOS und Linux und kann Rastergrafiken importieren und vektorisieren. Es kostet nichts und läuft offline, die Regler für die Erkennung stellst du aber selbst ein.
  • Von Hand: Ein Grafiker zeichnet das Logo Form für Form neu. Das ergibt die saubersten Kurven, dauert aber am längsten und kostet Geld. Es lohnt sich für ein stark beschädigtes Logo oder ein Markenzeichen, das viele Jahre halten soll.

Für ein Logo, das morgen in die Druckerei muss, reicht meist ein Online-Konverter. Willst du jede Kurve selbst korrigieren oder darf die Datei deinen Rechner nicht verlassen, ist ein installiertes Programm die bessere Wahl.

Welches Dateiformat braucht deine Druckerei?

Deine Druckerei braucht in der Regel eine Vektordatei als SVG, PDF, EPS oder AI, und viele öffnen ein SVG direkt. Alle vier Formate können dieselben Pfade enthalten, nur in einer anderen Hülle. Wird ein anderes Format verlangt, öffnest du das SVG in Illustrator und speicherst es als AI, EPS oder PDF; das kostenlose Inkscape exportiert unter anderem EPS und PDF.

FAQ

Wie lange dauert das Vektorisieren?

Das Vektorisieren dauert mit Depixelise etwa zehn Sekunden. Rechne ein paar Minuten dazu, um das Ergebnis im Zoom zu kontrollieren: Diese Prüfung erspart dir eine abgelehnte Datei.

Kann ich auch am Handy vektorisieren?

Ja, ein Online-Konverter läuft im Browser deines Smartphones genauso wie am Computer, eine App brauchst du nicht. Fotografiere das Logo gerade von vorn und bei gutem Licht, oder such besser gleich die Originaldatei.

Kann ich eine Vektorgrafik nachträglich bearbeiten?

Ja, in einer Vektorgrafik ist jede Form ein eigenes Objekt: Farbe, Größe und Position änderst du in einem Vektorprogramm wie Inkscape oder Illustrator. Eine Pixelgrafik lässt sich dagegen nur Pixel für Pixel retuschieren.

Ist „Schrift in Pfade umwandeln“ dasselbe wie Vektorisieren?

Schrift in Pfade umzuwandeln ist fast dasselbe wie Vektorisieren, nur der Ausgangspunkt ist ein anderer: Der Text steckt schon in einer Vektordatei und wird lediglich zu Formen, damit die Druckerei die Schriftart nicht installiert haben muss. Vektorisieren beginnt dagegen bei einem Pixelbild. Am Ende stehen in beiden Fällen Formen.

Lässt sich ein Schwarz-Weiß-Logo vektorisieren?

Ein Schwarz-Weiß-Logo lässt sich besonders gut vektorisieren: Zwei klar getrennte Farben ergeben saubere Konturen und eine kleine Datei. Für Stempel, Gravur oder eine Schablone ist das der Idealfall.