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Depixelise
Artikel · 5 Min.

Pantone-Farben: So findest du die richtige für dein Logo

Was Pantone-Farben sind, wann deine Druckerei sie braucht, wie du die passende für dein Logo findest und warum CMYK in Pantone nur eine Näherung ist.

Von Gaël Pons

Veröffentlicht am

ein Farbfächer liegt aufgefächert über einem gedruckten Logo CORAIL, eine Hand hält einen einzelnen Farbstreifen zum Vergleich daneben, ein kleiner Depixelise-Sticker klebt auf dem Schreibtisch

Pantone-Farben sind fertig angemischte Druckfarben mit fester Nummer, etwa „Pantone 286 C“. Die Druckerei mischt sie nach Rezeptur an, statt sie aus vier Farben aufzubauen, und kann deine Logofarbe so bei jedem Auftrag genau nachmischen. Die Nummer findest du im Styleguide, in der Originaldatei oder am Farbfächer der Druckerei.

Was sind Pantone-Farben?

Pantone-Farben sind die Volltonfarben des Pantone Matching Systems (PMS), eines Farbsystems, das vor allem in der Grafik- und Druckindustrie eingesetzt wird. Auf den Markt gebracht hat es Lawrence Herbert im Jahr 1963, ein Jahr nachdem er die US-Firma Pantone gekauft hatte.

Jede Pantone-Nummer steht für eine Rezeptur. Das System beruht auf 18 Basisfarben, die in unterschiedlichen Anteilen gemischt werden, und jede fertige Farbe kommt als eigene Druckfarbe in einem eigenen Druckgang aufs Papier. In der Druckerei hörst du dafür auch die Wörter Sonderfarbe oder Schmuckfarbe. Gemeint ist eine Volltonfarbe: eine Druckfarbe, die sich nicht aus den Grundfarben des Vierfarbdrucks zusammensetzen lässt.

Die Auswahl ist groß. Der aktuelle Formula Guide, Pantones Farbfächer für Grafik und Druck, zeigt laut Hersteller 2.614 Volltonfarben, jeweils auf gestrichenem und auf ungestrichenem Papier.

Was ist der Unterschied zwischen Pantone und CMYK?

Der Unterschied zwischen Pantone und CMYK liegt darin, wie die Farbe entsteht: Im Vierfarbdruck (CMYK) setzt die Maschine jeden Ton aus winzigen Rasterpunkten in Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zusammen, eine Pantone-Farbe kommt dagegen schon fertig gemischt in die Maschine. Die Punkte des Vierfarbdrucks verschmelzen erst aus passendem Abstand in deinem Auge zu einem Farbton.

Der Farbraum der vier Druckfarben ist begrenzt. Die meisten Pantone-Farben liegen außerhalb davon und lassen sich in CMYK nicht genau drucken. Ganz außer Reichweite sind Effektfarben wie Gold, Silber, Metallic- oder Leuchtfarben: Sie verdanken ihre Wirkung besonderen Pigmenten, die sich mit den vier Druckfarben nicht nachbilden lassen. Welche Farbcodes es für Gold gibt und wie es aufs Papier kommt, liest du im Artikel zum Gold-Farbcode.

Vierfarbdruck (CMYK)Pantone (Volltonfarbe)
So entsteht die FarbeRasterpunkte aus vier Druckfarben, die das Auge mischtEine fertig angemischte Druckfarbe
Erreichbare TöneBegrenzter FarbraumAuch Töne außerhalb von CMYK, etwa Leuchtfarben
DruckfarbenImmer dieselben vierEine eigene pro Pantone-Farbe
Typisch fürFotos, Farbverläufe, bunte FlyerLogos, Hausfarben, Siebdruck

Warum verlangt deine Druckerei eine Pantone-Farbe?

Deine Druckerei verlangt eine Pantone-Farbe, weil die Nummer eindeutig ist: Mit „Pantone 286 C“ weiß sie ohne Rückfrage, welche Rezeptur sie anmischen soll, und muss keinen Farbton vom Bildschirm abschätzen. Ein HEX- oder RGB-Code beschreibt dagegen Licht auf einem Monitor, keine Druckfarbe.

Darum arbeiten Unternehmen im Corporate Design häufig mit Pantone-Sonderfarben. Wikipedia nennt als Beispiele die Lufthansa mit 1235 C und Nivea mit 280 C. Für dich heißt das: Lässt du dein Logo bei mehreren Dienstleistern drucken, Visitenkarten hier, Flyer und Vereinsshirts dort, gibst du mit einer Pantone-Nummer allen dieselbe Vorgabe.

Im Siebdruck ist die Farbnummer besonders nützlich. Dort bekommt jede Farbe deines Logos ein eigenes Sieb und wird einzeln aufgetragen, die Druckerei braucht also für jede Farbe eine eigene Druckfarbe. Was sie sonst noch von deiner Datei erwartet, zeigt unser Artikel über den Siebdruck für Logos auf Textil.

Wann braucht dein Logo eine Pantone-Farbe und wann nicht?

Dein Logo braucht eine Pantone-Farbe, wenn das Druckverfahren mit angemischten Volltonfarben arbeitet oder wenn deine Farbe außerhalb von CMYK liegt. Druckt das Verfahren ohnehin aus CMYK, wird jede Pantone-Farbe nur angenähert. Die wichtigsten Fälle im Überblick:

VerfahrenWoraus die Farbe entstehtPantone-Nummer
SiebdruckEine Druckfarbe pro SiebSinnvoll, als Vorgabe zum Anmischen
Offsetdruck mit SonderfarbeEigene Druckfarbe in eigenem DruckgangSinnvoll
DigitaldruckCMYK, an manchen Maschinen plus SonderfarbenAngenähert, außer die Maschine druckt die Sonderfarbe
DTF-TransferCMYK-Tinte und Weiß auf einer PET-FolieNur angenähert
Flexfolie, FlockfolieFertig eingefärbte, einfarbige FolieNächstliegende Folienfarbe
StickereiGarn statt DruckfarbeNächstliegender Garnton
Website, Social MediaRGB und HEXNicht nötig

Beim DTF-Transfer bringt ein Tintenstrahldrucker dein Motiv in CMYK auf eine Trägerfolie und legt eine weiße Schicht dahinter, deine Pantone-Farbe wird also aus vier Tinten nachgebildet. Ein Digitaldrucker arbeitet vierfarbig oder mit CMYK plus einzelnen Schmuckfarben: Frag nach, ob deine Druckerei eine echte Sonderfarbe drucken kann.

Bei Flex- und Flockfolie wird dein Motiv aus einfarbigen Kunststofffolien geschnitten, die Werkstatt wählt deine Farbe also aus den vorhandenen Folienfarben. Die Stickerei wiederum sucht ein Garn aus, das deiner Farbe nahekommt; Pantone-Nummer und HEX-Code helfen ihr dabei.

Wie findest du die Pantone-Farbe deines Logos?

Die Pantone-Farbe deines Logos findest du am sichersten dort, wo sie schon einmal festgelegt wurde. Erst wenn das nicht klappt, wird am Farbfächer verglichen. Geh in dieser Reihenfolge vor:

  1. Im Styleguide. Hat eine Agentur ein Corporate Design für dich angelegt, steht die Pantone-Nummer häufig im Styleguide, neben den Werten für CMYK, RGB und HEX.
  2. In alten Unterlagen. Frag den Grafiker oder die Agentur, die das Logo gestaltet hat, oder such in Rechnungen und Auftragsbestätigungen früherer Druckaufträge nach einer Farbangabe.
  3. In der Originaldatei. In einer AI-, EPS- oder PDF-Datei kann eine Pantone-Farbe mit ihrem Namen gespeichert sein, etwa „PANTONE 286 C“. Öffnest du die Datei in einem Grafikprogramm, siehst du den Namen in der Liste der Farbfelder. Was eine solche Datei sonst noch enthalten kann, zeigt unser Artikel zur EPS-Datei.
  4. Am Farbfächer. Die Druckerei legt ihren Pantone-Fächer neben ein schon gedrucktes Stück mit deinem Logo, etwa eine Visitenkarte oder ein Shirt, und sucht den Ton, der am nächsten liegt.

Online schlägst du Pantone-Farben im Color Finder auf pantone.com nach. Pantone weist dort selbst darauf hin, dass die Darstellung am Bildschirm nicht genau den physischen Farbstandards entsprechen muss. Die Entscheidung fällt deshalb am Fächer.

Hast du nur ein Bild deines Logos, liest der Farbcode-Finder seine Hauptfarben aus: Für jede Farbe bekommst du HEX und RGB sowie einen geschätzten CMYK-Wert für den Offsetdruck. Das Auslesen passiert in deinem Browser. Eine Pantone-Nummer nennt das Tool nicht, denn Pantone-Referenzen sind geschützt. Mit den Codes kann deine Druckerei aber gezielt im Fächer suchen. Zeigt das Tool bei einer Farbe den Hinweis „Zu kräftig für den Vierfarbdruck“, brauchst du eine Sonderfarbe, wenn sie so leuchtend bleiben soll wie am Bildschirm.

Kann man CMYK in Pantone umrechnen?

CMYK in Pantone umrechnen geht nur als Näherung: Ein Rechner kann dir die nächstliegende Pantone-Farbe vorschlagen, eine exakte Entsprechung garantiert er nicht. Pantone bietet eine feste Auswahl an Farben, und ein beliebiger CMYK-Ton muss keiner davon genau entsprechen. Umgekehrt kann der Vierfarbdruck die meisten Pantone-Farben gar nicht darstellen.

Pantone selbst rechnet HEX-, RGB-, CMYK- und Lab-Werte um und schlägt laut dem Pantone-Support die nächstliegenden Pantone-Farben vor, dazu weitere ähnliche Töne. Für den umgekehrten Weg gibt es den Fächer Color Bridge: Er zeigt die Volltonfarben neben ihrer nächstliegenden CMYK-Simulation. Das hilft, wenn dein Pantone-Logo auf einem Flyer im Vierfarbdruck landet.

Auch der CMYK-Wert selbst ist keine feste Größe, denn er hängt vom Druckprofil ab. Unser Rechner RGB in CMYK schätzt ihn für den Offsetdruck auf gestrichenem Papier (Profil FOGRA39); deine Druckerei arbeitet vielleicht mit einem anderen Profil, vor allem beim Textildruck. Ein Pantone-Vorschlag, etwa aus dem Umrechner von Pantone, ist deshalb nur ein Ausgangspunkt: Lass ihn von der Druckerei am Fächer bestätigen und gib den Druck erst nach einem Andruck oder Proof frei.

Was bedeuten C, U und TCX hinter der Pantone-Nummer?

Die Buchstaben C und U hinter der Pantone-Nummer geben an, auf welchem Papier die Farbe gedruckt wird: C steht für „coated“, also gestrichenes Papier, U für „uncoated“, ungestrichenes Papier. Auf gestrichenem Papier bleibt die Farbe an der Oberfläche, ungestrichenes saugt sie stärker auf. Laut Pantone wirkt dieselbe Farbe auf den beiden Papieren deshalb deutlich unterschiedlich.

Pantone 286 C und Pantone 286 U sind also dieselbe Farbe in zwei Erscheinungsbildern. Druckst du auf beiden Papieren, nenn der Druckerei beide Nummern. Eine frühere Variante mit M für mattes Papier bietet Pantone nicht mehr an.

TCX gehört zu einem anderen System, das Pantone für Mode und Wohnen entwickelt hat und das Textilfarben festlegt. Der Zusatz steht dort für eine Referenz auf gefärbter Baumwolle. Für den Druck deines Logos fragst du die Druckerei, mit welchem Fächer sie arbeitet, und gibst ihr die passende Nummer.

Wie gibst du deine Pantone-Farbe an die Druckerei weiter?

Deine Pantone-Farbe gibst du der Druckerei am besten schriftlich und vollständig weiter: mit Nummer und Buchstaben, also „Pantone 286 C“ statt „286“, und zusammen mit einer Vektordatei, in der jede Farbe eine eigene Fläche bildet.

  • Eine Zeile pro Logofarbe: die Pantone-Nummer, dazu HEX und CMYK, falls du sie kennst.
  • Eine Vektordatei: In einer Vektorgrafik, die aus Formen statt Pixeln besteht, hat dein Logo klare Kanten, und die Druckerei kann jeder Fläche ihre Volltonfarbe zuweisen. Ein JPG mit weichen Übergängen an den Rändern lässt sich so nicht sauber in Farben trennen.
  • Das Format: SVG, PDF, EPS oder AI. Welches Format du wem schickst und wie du zu einer Vektordatei deines Logos kommst, steht in unserem Grundlagenartikel.
  • Material und Papier: Schreib dazu, worauf gedruckt wird, damit die Druckerei zwischen C und U wählen kann.
  • Keine Nummer? Sag es offen. Die Druckerei kann die Farbe am Fächer abgleichen und dir einen Andruck zur Freigabe schicken.

Wie bekommt dein Logo saubere Farbflächen für Pantone?

Saubere Farbflächen für Pantone bekommt dein Logo, wenn es als Vektordatei vorliegt. Hast du nur ein JPG oder PNG, baut Depixelise daraus kostenlos ein SVG mit echten Pfaden: eine Datei, die deine Druckerei in ihrem Vektorprogramm öffnen kann, um jeder Fläche die Pantone-Farbe zuzuweisen. Mit dem freien Inkscape, das intern mit SVG arbeitet, kannst du die Datei auch selbst bearbeiten.

Erlaubt sind PNG-, JPG-, WebP- und SVG-Dateien mit höchstens 10 MB. In etwa zehn Sekunden wird dein Bild bei Bedarf vergrößert, vom Hintergrund getrennt und als Pfade nachgezeichnet. Dein neues Logo erscheint sofort in voller Größe. Zoome bis auf 800 %, um Rundungen und kleine Schrift zu prüfen, und schalte unter „Version“ auf „Mono“. So siehst du dein Logo in einer einzigen Farbe, wie es mit nur einer Pantone-Farbe gedruckt würde.

Per E-Mail erhältst du das Druckpaket, vier Dateien in einer Nachricht: dein SVG, ein PNG von 2.000 Pixeln Breite mit transparentem Hintergrund, eine einfarbig schwarze Fassung und eine weiße Negativ-Fassung. Depixelise ist 100 % kostenlos, ein Konto legst du nicht an, und auf den Dateien landet kein Wasserzeichen.

Eine Pantone-Nummer vergibt Depixelise nicht. Die Farben im SVG sind Bildschirmfarben, die Volltonfarbe legst du mit deiner Druckerei fest, und gedruckt wird bei Depixelise ohnehin nichts. Ein sehr kleines Ausgangsbild muss das Tool erst vergrößern und zeichnet seine Formen dabei neu: Vergleich das Ergebnis in diesem Fall Buchstabe für Buchstabe mit deinem Original.

FAQ

Ist der Pantone-Farbfächer kostenlos?

Nein, der Pantone-Farbfächer ist nicht kostenlos: Pantone verkauft seine Fächer, und für seine Farben in Photoshop verlangt Pantone seit dem Streit mit Adobe Ende 2022 eine Gebühr. Frei zugänglich ist der Color Finder auf pantone.com. Frag außerdem deine Druckerei, ob sie die Farbe an ihrem eigenen Fächer abgleicht.

Was ist der Unterschied zwischen Pantone und HKS?

Pantone und HKS sind beides Systeme für Volltonfarben, doch Pantone hat sich weltweit in Design und Druck etabliert, während das deutsche HKS meist nur regional verbreitet ist. HKS steht für die Farbenhersteller Hostmann-Steinberg, Kast + Ehinger und H. Schmincke und hat eigene Fächer für verschiedene Papiere, etwa K für Kunstdruck- und N für Naturpapier. Arbeitet deine Druckerei mit HKS, frag nach der passenden HKS-Nummer.

Was ist der Unterschied zwischen Pantone und RAL?

Pantone legt vor allem Druckfarben fest, RAL dagegen vor allem Farben für Lacke und Anstriche. Die bekannteste Sammlung, RAL Classic, umfasst 216 Farbtöne mit vierstelliger Nummer, zum Beispiel RAL 3020 Verkehrsrot. Soll dein Logo als Lackfarbe auf ein Schild oder eine Wand, frag nach dem RAL-Ton, der deiner Farbe am nächsten kommt.

Was ist die Pantone-Farbe des Jahres 2026?

Die Pantone-Farbe des Jahres 2026 heißt Cloud Dancer und trägt die Nummer PANTONE 11-4201. Pantone beschreibt diesen Weißton als Symbol der Ruhe. Eine solche Farbe des Jahres kürt das Pantone Color Institute seit 2000. Sie zeigt einen Trend und ist kein Grund, die Hausfarbe deines Logos zu ändern.

Kann ein Logo mehrere Pantone-Farben haben?

Ja, ein Logo kann mehrere Pantone-Farben haben, eine Nummer pro Volltonfläche. Jede davon ist allerdings eine eigene Druckfarbe mit eigenem Druckgang, im Siebdruck also auch ein eigenes Sieb. Weniger Farben bedeuten deshalb weniger Arbeitsschritte in der Druckerei.