EPS-Datei: was sie ist und warum deine Druckerei sie will
Was in einer EPS-Datei steckt, warum Druckereien sie noch verlangen, wann ein PDF oder SVG reicht und wie du erkennst, ob nur ein Pixelbild drin ist.
Von Gaël Pons
Veröffentlicht am
Eine EPS-Datei (Encapsulated PostScript) ist eine Grafikdatei für den Druck, die dein Logo als Vektoren speichern kann, also als Formen, die in jeder Größe scharf bleiben. Sie kann aber genauso gut nur ein Pixelbild enthalten. Das Format gilt als veraltet, doch manche Druckereien verlangen es weiterhin.
Was ist eine EPS-Datei?
Eine EPS-Datei ist eine Grafikdatei in der Seitenbeschreibungssprache PostScript, die genau ein Motiv enthält und sich als fertiger Block in ein anderes Dokument einsetzen lässt. Anders als allgemeines PostScript beschreibt EPS laut dem Wikipedia-Artikel zu Encapsulated PostScript immer nur eine einzige Seite. Die Dateiendung lautet .eps.
PostScript hat Adobe in den frühen 1980er Jahren entwickelt, damit Drucker und Druckmaschinen genau wissen, was auf einer Seite stehen soll. Ein Gerät, das die Sprache versteht, besitzt einen Raster Image Processor (RIP): Er arbeitet das PostScript-Programm Stück für Stück ab und setzt es in die Punkte um, die am Ende tatsächlich gedruckt werden. EPS steckt so ein Programm in eine Kapsel, daher der Name. Veröffentlicht hat Adobe das Format 1987, gemeinsam mit Aldus, dem damaligen Hersteller des Layoutprogramms PageMaker, und der Softwarefirma Altsys.
Damit ein Layoutprogramm weiß, wie viel Platz das Motiv braucht, enthält jede EPS-Datei ihre Bounding Box. Gemeint ist das kleinste Rechteck, das sich um alles Druckbare im Motiv ziehen lässt.
EPS ist eines von mehreren Formaten, in denen dein Logo als Vektordatei vorliegen kann, neben SVG, PDF und dem Illustrator-Format AI. Welche Formate als Vektordatei zählen und wie du eine erkennst, erklärt unser Grundlagenartikel.
Was steckt in einer EPS-Datei?
In einer EPS-Datei stecken Objekt-, Rastergrafik- und Separationsdaten, also Formen, Pixelbilder und Angaben für die Aufteilung auf die einzelnen Druckfarben. Auch Schriften können eingebettet sein, und gespeichert wird das Ganze verlustfrei.
Dazu kommt oft ein kleines Vorschaubild. Programme, die eine EPS-Datei einbinden, müssen PostScript nämlich nicht selbst lesen können: Sie zeigen auf dem Bildschirm eine Voransicht in geringer Auflösung als Platzhalter und reichen beim Drucken das eigentliche Motiv weiter. Am breitesten unterstützt wird laut der englischsprachigen Wikipedia eine Voransicht im TIFF-Format, die im Kopf der Datei sitzt.
Das erklärt eine Überraschung. Platzierst du eine EPS-Datei in einem Layout, kann dein Logo am Bildschirm grob und pixelig wirken, obwohl es scharf gedruckt wird, denn du siehst nur die Voransicht. Kann ein Programm diese Voransicht nicht lesen, zeigt es meist bloß ein leeres Feld an, druckt die Datei aber trotzdem richtig.
Ist eine EPS-Datei immer eine Vektordatei?
Nein, eine EPS-Datei ist nicht automatisch eine Vektordatei, denn das Format unterscheidet nicht zwischen Bitmap und Vektor. Adobe hält in seinem Vergleich von AI und EPS fest, dass sich EPS sowohl für Bitmaps als auch für Vektorgrafiken verwenden lässt.
Die Endung .eps sagt also nichts über den Inhalt aus. Speichert jemand ein JPG oder einen Screenshot als EPS, entsteht eine Bitmap-EPS: Sie trägt die Endung einer Vektordatei, enthält aber dieselben Pixel wie vorher und wird beim Vergrößern genauso unscharf. Auch eine echte Vektor-EPS kann einzelne Pixelbilder mitbringen, etwa ein eingefügtes Foto oder einen weichen Schatten, der beim Speichern in Pixel umgerechnet wurde.
Für den Druck deines Logos zählt deshalb nicht die Endung, sondern der Inhalt. Woran du eine Vektorgrafik sicher erkennst, zeigen drei einfache Tests im Ratgeber zur Vektorgrafik.
Wie prüfst du, ob deine EPS-Datei Vektoren enthält?
Ob deine EPS-Datei Vektoren enthält, prüfst du in einem Vektorprogramm: Bleiben die Kanten bei starker Vergrößerung glatt und lässt sich das Logo Form für Form anklicken, ist es eine Vektor-EPS. Mit einem Doppelklick im Dateimanager kommst du dabei selten weiter: Windows zeigt EPS-Dateien nicht von Haus aus an, und auch macOS bietet dafür laut Apple keine integrierte Unterstützung mehr. Nur ältere Versionen wie macOS Monterey zeigen sie noch in der Vorschau an.
- Im richtigen Programm öffnen. Nimm Illustrator oder das kostenlose Inkscape, das EPS-Dateien mithilfe des freien Ghostscript öffnet. Photoshop eignet sich für diesen Test nicht: Dort wird das Bild laut Adobe beim Öffnen gerastert, also in Pixel umgewandelt.
- Stark vergrößern. Zoome auf eine Rundung oder einen kleinen Buchstaben, ruhig bis 800 %. Glatte Kanten bedeuten Formen, Treppenstufen oder ein verschwommener Rand bedeuten Pixel.
- Anklicken. In einer Vektor-EPS wählst du Buchstaben und Flächen einzeln aus; ist alles gruppiert, hebst du die Gruppierung vorher auf. Ein eingebettetes Pixelbild markiert das Programm dagegen als ein einziges Rechteck, das sich nur als Ganzes verschieben lässt.
Zeigt sich ein Pixelbild, hilft kein anderes Speicherformat weiter. Dann brauchst du entweder die Originaldatei oder ein Logo, dessen Umrisse als Formen neu aufgebaut werden.
Warum verlangt deine Druckerei eine EPS-Datei?
Druckereien verlangen eine EPS-Datei, weil das Format seit den späten 1980er Jahren zum Druckalltag gehört: Adobe nennt EPS noch heute den Branchenstandard für professionelle Print-Produktionen. Demnach setzen viele professionelle Druckdienste EPS für großformatige Aufträge wie Plakatwände und Poster ein, und bei älteren Druckmaschinen ist es oft die bessere Wahl.
Dahinter steht die Geschichte von PostScript. Die Sprache hat sich über Jahre zu einem Standard der Druckindustrie entwickelt und wurde dann größtenteils von PDF verdrängt, das ebenfalls von Adobe stammt und viele ihrer Eigenschaften übernommen hat.
Für dich heißt das: Frag nach, ob es der Druckerei um das Format selbst geht oder um Vektordaten überhaupt. Geht es um Vektordaten, kann ein PDF oder ein SVG genauso passen. Unverzichtbar ist eine Vektordatei vor allem dort, wo aus den Umrissen deines Logos etwas entsteht, im Siebdruck zum Beispiel ein eigenes Sieb für jede Farbe. Wie der Siebdruck ein Logo Farbe für Farbe aufs Textil bringt, zeigt unser Ratgeber.
EPS, PDF oder SVG: Welches Format passt für deine Druckerei?
Für deine Druckerei passt am besten das Format, das sie selbst verlangt. Lässt sie dir die Wahl, ist ein PDF mit Vektordaten die zeitgemäße Alternative zu EPS, denn PDF hat das ältere Format weitgehend abgelöst.
| Format | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|
| EPS | läuft auch auf älteren Druckmaschinen, im Großformatdruck verbreitet | gilt als veraltet, kennt keine Halbtransparenz, in Office für Windows gesperrt |
| gibt Raster- und Vektorgrafiken samt Schriften präzise wieder, für Druckvorlagen gibt es die ISO-Normen PDF/X | kann wie EPS auch nur ein Pixelbild enthalten | |
| SVG | offener Standard des W3C, laut Adobe kleiner als EPS | kann ein eingebettetes JPEG oder PNG enthalten |
Ein PDF und eine EPS-Datei sind eng verwandt: Beide gehen auf Adobes Seitenbeschreibungssprache PostScript zurück. Ein SVG ist im Web zu Hause, kommt aber ebenso für den Schneideplotter oder als Vorlage für die Stickdatei infrage. Unser Ratgeber erklärt, wofür sich eine SVG-Datei im Druck eignet.
Soll dein Logo dagegen auf eine CNC-Fräse oder in ein CAD-Programm, ist DXF das übliche Austauschformat. Es stammt von Autodesk und gilt als Industriestandard, weil die meisten CAD- und CNC-Programme es importieren und exportieren. Was eine DXF-Datei ist und wann du sie brauchst, steht in einem eigenen Artikel.
Wie erstellst du eine EPS-Datei?
Eine EPS-Datei erstellst du in einem Vektorprogramm: Du öffnest dort eine Vektordatei deines Logos, zum Beispiel ein SVG oder ein PDF, und speicherst sie im EPS-Format. Ein JPG oder PNG muss vorher vektorisiert werden.
- Inkscape: Das freie Programm speichert laut seiner Dokumentation über „Speichern unter“ unter anderem EPS, PDF und DXF. AI-Dateien öffnet Inkscape, speichern kann es sie nicht. In der deutschen Oberfläche wählst du „Datei > Speichern unter…“ oder „Kopie speichern…“ und als Dateityp „Encapsulated Postscript (*.eps)“. Im folgenden Fenster wählst du unter „Einstellungen für Textausgabe“ die Option „Texte in Pfade umwandeln“, damit die Druckerei deine Schriftart nicht installiert haben muss.
- Adobe Illustrator: Laut Adobes Vergleich von EPS und SVG wählst du „Datei > Speichern unter“ und dann „Illustrator EPS (*.EPS)“. Die Einstellungen passt du im anschließenden Fenster an.
Beim Speichern als EPS gehen zwei Dinge leicht verloren. Das erste sind halbtransparente Effekte wie ein weicher Schatten: PostScript kennt keine Transparenz, deshalb rechnet Inkscape transparente Objekte beim Export automatisch in Pixel um. Ein Logo aus klaren Farbflächen übersteht den Export dagegen als reine Vektordatei. Das zweite ist die bequeme Bearbeitung: Für spätere Korrekturen musst du laut Adobe zur ursprünglichen Design-Datei zurückkehren. Heb das SVG oder die AI-Datei deshalb gut auf.
Kannst du ein JPG in eine EPS-Datei umwandeln?
Ein JPG kannst du zwar als EPS speichern, eine Vektordatei wird es dadurch aber nicht: Die Pixel bekommen nur eine neue Hülle und bleiben beim Vergrößern genauso unscharf. Für ein PNG und für Online-Konverter, die nur das Dateiformat wechseln, gilt dasselbe.
Damit aus deinem Logo eine echte Vektor-EPS wird, müssen seine Umrisse zuerst als Formen neu aufgebaut werden. In Illustrator heißt die Funktion Bildnachzeichner, mit der sich laut Adobe ein Rasterbild in editierbare Formen und Pfade umwandeln lässt. In Inkscape heißt sie „Bitmap nachzeichnen“, und auch Online-Tools zum Vektorisieren erledigen diesen Schritt. Was beim Vektorisieren mit deinem Logo passiert, erklärt unser Ratgeber. Der Export in EPS ist dann nur noch eine Frage des Speicherns.
Woher bekommst du eine EPS-Datei deines Logos?
Eine EPS-Datei deines Logos bekommst du am einfachsten dort, wo das Logo entstanden ist: bei der Agentur, beim Grafiker oder bei dem, der es einst für den Verein gezeichnet hat. Bitte um die Originaldatei, egal ob als AI, PDF, SVG oder EPS. Manchmal findet sie sich auch im Postfach, als Anhang einer alten Mail, oder in den Unterlagen der letzten Bestellung von Visitenkarten oder Vereinstrikots.
Liegt dein Logo schon als SVG, PDF oder AI vor, machst du die EPS selbst daraus, kostenlos mit Inkscape. Gibt es nur noch ein JPG oder PNG, steht das Vektorisieren am Anfang.
Wie machst du aus einem JPG-Logo kostenlos eine EPS-Datei?
Aus einem JPG- oder PNG-Logo machst du kostenlos eine EPS-Datei, indem du zwei Werkzeuge kombinierst: Depixelise baut aus deinem Bild ein SVG mit echten Pfaden, und Inkscape speichert dieses SVG als EPS. Eine EPS-Datei liefert Depixelise selbst nicht, das SVG ist der Ausgangspunkt.
Du ziehst dein Logo in das Feld; erlaubt sind Dateien bis 10 MB in den Formaten PNG, JPG, WebP und SVG. In etwa zehn Sekunden wird es bei Bedarf vergrößert, vom Hintergrund befreit und als Pfade neu gezeichnet. Das neue Logo erscheint sofort in Großansicht, und du vergleichst es per Schieberegler oder nebeneinander mit deinem Original. Zoome auf 800 %, um Rundungen und kleine Buchstaben selbst zu prüfen.
Per E-Mail bekommst du das Druckpaket: das SVG, ein 2.000 Pixel breites PNG ohne Hintergrund, eine einfarbige Version und eine Negativ-Version ganz in Weiß. Bis auf das PNG sind alle Dateien SVGs. Auch die einfarbige und die weiße Fassung kannst du also in Inkscape als EPS speichern.
Die Dateien gehören dir, ohne Bedingungen und ohne Wasserzeichen: Du nutzt sie, wie du willst, ob beim Copyshop um die Ecke, bei der Stickerei für die Vereinsjacken oder bei der Werbetechnik, die deinen Firmenwagen beschriftet. Ein Konto brauchst du nicht, eine Bezahlversion gibt es nicht, Depixelise ist 100 % kostenlos und druckt selbst nichts.
Zwei Grenzen solltest du kennen. Ist dein Bild sehr klein, rechnet das Tool es automatisch größer und baut seine Formen dabei neu auf: Vergleich deshalb jeden Buchstaben mit deinem Original. Und eine EPS-Datei nimmt der Konverter nicht an. Hast du nur eine Bitmap-EPS, öffne sie in Photoshop, das EPS-Dateien beim Öffnen ohnehin in Pixel umwandelt, und speichere sie als PNG; Inkscape kann sie ebenfalls als PNG exportieren.
FAQ
Warum lässt sich eine EPS-Datei nicht in Word einfügen?
Eine EPS-Datei lässt sich in Word, PowerPoint und den anderen Office-Programmen für Windows nicht mehr einfügen, weil Microsoft die Unterstützung mit dem Sicherheitsupdate vom 11. April 2017 abgeschaltet hat: EPS-Dateien können eingebettete Skripte enthalten. Betroffen sind laut Microsoft-Support Office 2010 bis Office 2024 und Microsoft 365. Nimm stattdessen ein SVG, das Office 2019, 2021, 2024 und Microsoft 365 einfügen, oder das Format EMF.
Was ist der Unterschied zwischen EPS und AI?
AI ist das eigene Dateiformat von Adobe Illustrator, EPS ist älter und wird von mehr Programmen gelesen: Adobe nennt EPS das kompatiblere Format, räumt aber ein, dass immer mehr Grafikprogramme auch AI-Dateien öffnen. Ein Vorteil von AI ist die Unterstützung von Transparenz. Für den Druck taugen beide, sofern sie Vektordaten enthalten; ob deine Druckerei AI-Dateien öffnet, fragst du am besten vorher.
Was ist der Unterschied zwischen EPS und PS?
Der Unterschied zwischen EPS und PS liegt im Umfang: Eine PS-Datei kann ein ganzes Dokument mit vielen Seiten beschreiben, eine EPS-Datei immer nur eine Seite mit einem Motiv, das sich in andere Dokumente einbetten lässt. Damit das gefahrlos klappt, gelten für EPS zusätzliche Regeln. Der Code darf zum Beispiel nichts löschen, was außerhalb der Grafik auf der Seite steht.
Was bedeuten die Endungen .epsf und .epsi?
Die Endung .epsf ist eine seltenere Variante von .eps und steht für „Encapsulated PostScript File“. Hinter .epsi steckt eine Variante, deren Vorschaubild als Text gespeichert ist und nur Schwarz und Weiß kennt. Sie kommt vor allem auf Unix-artigen Systemen wie Linux vor.
Kann ich die Farben einer EPS-Datei ändern?
Die Farben einer EPS-Datei änderst du in einem Vektorprogramm wie Illustrator oder Inkscape, sofern die Datei Vektordaten enthält: Laut Adobe sind nur die Vektordaten mit der passenden Software editierbar. Dort wählst du eine Fläche aus und gibst ihr eine neue Farbe. Steckt dagegen ein Pixelbild in der EPS, bleibt nur die Retusche Pixel für Pixel in einem Bildprogramm.