Schwarz in CMYK: 100 % K oder Tiefschwarz für dein Logo?
C0 M0 Y0 K100 für Schrift und kleine Logos, Tiefschwarz für große Flächen: Beispielwerte, maximaler Farbauftrag und was aus #000000 wird.
Von Gaël Pons
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Schwarz in CMYK legst du für dein Logo als C0 M0 Y0 K100 an: Dieses reine Schwarz aus einer Druckfarbe hält Schrift und feine Linien scharf. Große Flächen wirken in 100 % K aber flau, weil die Druckfarben durchscheinen. Dafür gibt es das Tiefschwarz, angereichert mit Cyan, Magenta und Gelb.
Welche CMYK-Werte hat Schwarz?
Schwarz hat in CMYK zwei übliche Werte: das reine Schwarz C0 M0 Y0 K100 und das Tiefschwarz, bei dem unter 100 % K noch Cyan, Magenta und Gelb liegen. Das reine Schwarz heißt auch „100 % K“, nach dem K (Key) für die schwarze Druckfarbe. CorelDRAW beschreibt es als Schwarz, das nur aus CMYK-Schwarz besteht; gedruckt wird es mit einer einzigen Platte.
Das Tiefschwarz kennst du vielleicht als fettes Schwarz, sattes Schwarz oder englisch Rich Black. Gemeint ist eine besondere Art, Schwarz im Vierfarbdruck zu mischen: Die drei Buntfarben reichern das Schwarz an, damit die Fläche kräftiger und deckender wird.
Warum wirkt 100 % K auf großen Flächen grau?
100 % K wirkt auf großen Flächen grau, weil die Druckfarben des Vierfarbdrucks durchscheinend sind: Eine einzelne Schicht Schwarz ergibt deshalb keine dunkle schwarze Fläche, wie CorelDRAW festhält. In der Wikipedia heißt es, Schwarz aus 100 % K erreiche oft nicht die gewünschte Farbdeckung und wirke eher flau.
In einer Zeile Text fällt das niemandem auf. Auf dem schwarzen Hintergrund eines Plakats, einer Speisekarte oder eines Schilds wirkt dasselbe Schwarz dagegen wie ein dunkles Grau. Die zusätzlichen Buntfarben erhöhen den Farbauftrag, und mit ihm steigt die Farbdichte auf dem Papier.
Wann nimmst du 100 % Schwarz und wann Tiefschwarz?
100 % Schwarz, also reines K, nimmst du für alles, was fein oder klein ist, Tiefschwarz nur für große, geschlossene schwarze Flächen. Eine Übersicht nach Einsatz:
| Teil deiner Drucksache | Schwarz | Warum |
|---|---|---|
| Schrift, Slogan, Kleingedrucktes | C0 M0 Y0 K100 | Eine Platte, keine Farbsäume am Buchstaben |
| Feine Linien und Konturen | C0 M0 Y0 K100 | Die Kanten bleiben scharf |
| Kleines Logo, etwa auf Visitenkarte oder Briefbogen | C0 M0 Y0 K100 | Feine Details leiden unter Versatz |
| Großer schwarzer Hintergrund, großflächiges Logo | Tiefschwarz | 100 % K wirkt dort flau |
| Verlauf, der in Schwarz endet | Tiefschwarz | Ein Verlauf aus reinem Schwarz wirkt grau und blass |
Für Verläufe empfiehlt CorelDRAW ausdrücklich Tiefschwarz statt reinem Schwarz.
Warum gehört Tiefschwarz nicht in kleine Schrift?
Tiefschwarz gehört nicht in kleine Schrift, weil dafür vier Druckplatten exakt übereinanderliegen müssen und schon ein winziger Versatz farbige Säume an den Buchstaben erzeugen kann. Dieses Übereinanderpassen der einzelnen Farben heißt im Druck Passer. Für feine Texte und Linien in Tiefschwarz warnt die Wikipedia vor Passerproblemen und Farbblitzern, je nach Druckverfahren.
Bei reinem K entsteht jeder Buchstabe dagegen aus einer einzigen Platte. Für dünne Linien und kleinen Text rät CorelDRAW zusätzlich zur Option „Schwarz überdrucken“: Das Schwarz wird dann auf den Hintergrund gedruckt, statt in eine ausgesparte Lücke. Das kann Blitzer vermeiden. Ein Blitzer ist eine Stelle, an der Papierweiß zu sehen ist, wo es nicht hingehört.
Welche CMYK-Werte nimmt man für Tiefschwarz?
Für Tiefschwarz gibt es keinen Einheitswert: Die neutralen Beispiele von CorelDRAW und der englischen Wikipedia lassen K bei 100 % und geben je 40 bis 50 % Cyan, Magenta und Gelb dazu. Als Einflüsse auf die beste Mischung nennt die deutsche Wikipedia das Druckverfahren, die Druckfarbe, das Papier und den erlaubten Gesamtfarbauftrag; die Messdaten der Fogra (Forschungsinstitut für Medientechnologien) für gestrichenes Papier enthalten sogar 32 Mischungen von 100 % K mit den drei anderen Farben.
| Schwarz | C | M | Y | K | Summe | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Reines Schwarz (100 % K) | 0 | 0 | 0 | 100 | 100 % | CorelDRAW |
| Tiefschwarz, Beispiel | 40 | 40 | 40 | 100 | 220 % | CorelDRAW |
| Tiefschwarz, typische Mischung | 50 | 50 | 50 | 100 | 250 % | Wikipedia (englisch) |
| Alle vier Farben voll | 100 | 100 | 100 | 100 | 400 % | CorelDRAW: nie verwenden |
Die beiden Tiefschwarz-Zeilen sind Beispiele, keine Vorgabe. Frag deine Druckerei nach ihrer Mischung für das Papier, auf dem gedruckt wird: Sie kennt ihre Maschinen, und ihre Werte gehen jedem Beispiel aus dem Netz vor.
Wie viel Farbauftrag verträgt ein Tiefschwarz?
Ein Tiefschwarz verträgt nur so viel Farbe, wie das Druckprofil zulässt: Die meisten Farbprofile begrenzen laut CorelDRAW die Summe der vier Werte, den Gesamtfarbauftrag, auf 300 bis 340 %. Die European Color Initiative (ECI) bietet für den Offsetdruck auf gestrichenem Papier das Profil ISO Coated v2 300% (ECI) mit 300 % maximaler Flächendeckung an und nennt es eine gute Wahl, wenn das spätere Druckverfahren noch nicht feststeht.
Alle vier Farben zu 100 %, also 400 %, ergeben die Farbe der Passermarken, an denen die Druckerei die Farbauszüge ausrichtet. CorelDRAW rät, diese Mischung im Druck nie zu verwenden. Zu viel Farbe hat Folgen: Laut der englischen Wikipedia trocknet sie unter Umständen nicht vollständig, bevor der Bogen andere Seiten berührt.
Was wird aus #000000, wenn du es in CMYK umwandelst?
#000000, das Schwarz deines Logos am Bildschirm, wird beim Umwandeln mit einem Druckprofil nicht unbedingt zu 100 % K: Ob reines Schwarz herauskommt, hängt laut der englischen Wikipedia vom CMYK-Profil ab. Mit dem freien Profil FOGRA39L Coated für Offset auf gestrichenem Papier ergibt #000000 in unserer Berechnung mit der Farbbibliothek Little CMS (relativ farbmetrisch, mit Tiefenkompensierung) rund C86 M79 Y54 K98, zusammen über 300 %. Andere Profile oder Einstellungen ergeben andere Werte.
Für eine große Fläche ist das ein Tiefschwarz, das niemand abgestimmt hat. Für Schrift und feine Linien ist es genau die Mischung aus vier Farben, die Passerprobleme riskiert. Leg Schwarz in der Druckdatei deshalb ausdrücklich fest, statt es der automatischen Umwandlung zu überlassen.
Liegt dein Logo als SVG-Datei vor, enthält es ein RGB-Schwarz, denn das Format beschreibt jede Farbe im sRGB-Farbraum. Ein K100 entsteht also erst beim Umwandeln für den Druck, und nur, wenn du oder die Druckerei es so festlegt. Wie du eine ganze Datei mit dem passenden Profil umwandelst, steht in unserem Vergleich RGB oder CMYK.
Wie legst du Tiefschwarz und 100 % K in deiner Datei an?
Tiefschwarz und 100 % K legst du in der Druckdatei an, indem du jeder schwarzen Fläche ihren CMYK-Wert zuweist: C0 M0 Y0 K100 für Schrift und Details, die Tiefschwarz-Mischung der Druckerei für große Flächen. So gehst du in einem Grafikprogramm mit CMYK-Modus vor:
- Fläche auswählen. Markiere die schwarzen Formen, die denselben Wert bekommen sollen.
- Farbe auf CMYK stellen. Schalte die Füllfarbe auf den CMYK-Modus um und tippe die vier Werte ein.
- Die Farbe speichern. Leg den Wert als eigene, benannte Farbe an, dann bekommt jedes Element exakt dasselbe Schwarz, auch in späteren Dateien.
- Kontrollieren. Klick auf die Schrift und prüfe, ob dort wirklich C0 M0 Y0 K100 steht.
Am saubersten klappt das in einer Vektordatei: Dort besteht dein Logo aus Formen statt aus einem Raster winziger Farbquadrate, und jede Form trägt genau eine Farbe. In einem JPG oder PNG verteilt sich das Schwarz auf Tausende Pixel, mit grauen Zwischentönen an jeder Kante: Die lassen sich nicht mit einem Klick auf 100 % K setzen.
Wie bekommt dein Logo ein sauberes 100 % K, ohne es neu zu zeichnen?
Ein sauberes 100 % K bekommt dein Logo am leichtesten aus einer Fassung, in der alle Flächen dieselbe Farbe tragen: Dann setzt ein einziger Wert das ganze Logo auf reines Schwarz. Genau so ist die einfarbige Version im Druckpaket von Depixelise gebaut: Das Tool vektorisiert dein PNG oder JPG 100 % kostenlos, und jede Form dieser Version hat dasselbe Schwarz.
Was dieses Schwarz im Druck ungefähr ergibt, zeigt dir unser Rechner RGB in CMYK. Für #000000 wie für das Schwarz der einfarbigen Version schätzt er C0 M0 Y0 K100: Anders als die reine Profilumrechnung oben baut er neutrale Töne nur aus der schwarzen Druckfarbe auf. Dazu blendet er den Hinweis ein: „Große schwarze Fläche: Frag die Druckerei, ob sie ein Tiefschwarz bevorzugt.“ Gibst du umgekehrt CMYK-Werte ein, siehst du ihre Wirkung am Bildschirm: C0 M0 Y0 K100 ergibt #1F1F1D, C40 M40 Y40 K100 das spürbar dunklere #13100C. Gibst du eine Mischung über 330 % ein, meldet er den Gesamtfarbauftrag. Alle Werte sind Schätzungen für den Offsetdruck auf gestrichenem Papier (FOGRA39).
Zum Druckpaket gehören außer der schwarzen Fassung das SVG in deinen Farben, eine weiße Negativ-Version und ein PNG ohne Hintergrund mit 2.000 Pixeln Breite. Es kommt per E-Mail.
FAQ
Brauchst du Tiefschwarz auf einem T-Shirt?
Für ein Logo auf einem T-Shirt im Siebdruck oder mit Flexfolie brauchst du in der Regel kein Tiefschwarz, weil Schwarz dort als eigene Druckfarbe oder als schwarze Folie aufgebracht wird, statt aus vier Druckfarben gemischt zu werden. Im Siebdruck bekommt jede Farbe ihr eigenes Sieb, und gedruckt werden kann prinzipiell mit jeder Farbe; Flex- und Flockfolie werden aus einfarbigen Folien geschnitten. Anders beim DTF-Transfer: Dort entsteht das Motiv aus CMYK-Schichten auf einer PET-Folie, hinter die eine weiße Schicht gedruckt wird. Wie ein Logo Sieb für Sieb entsteht, erklärt der Artikel zum Siebdruck auf Textil.
Wirkt Tiefschwarz auf jedem Papier gleich?
Nein, Tiefschwarz wirkt je nach Papier verschieden: Auf mattem Material wirkt dasselbe Motiv laut Wikipedia eher flacher und heller, auf glänzendem kräftiger und dunkler. Auch der erlaubte Gesamtfarbauftrag hängt vom Druckmedium ab. Für ungestrichenes Papier führt die ECI eigene Druckprofile, etwa PSO Uncoated v3 auf Basis von FOGRA52.
Was ist ein kaltes oder warmes Tiefschwarz?
Ein kaltes Tiefschwarz enthält mehr Cyan, ein warmes mehr Magenta und Gelb. Die englische Wikipedia nennt C70 M35 Y40 K100 für ein kühles und C35 M60 Y60 K100 für ein warmes Schwarz. Für Schrift und feine Linien gilt auch hier 100 % K.
Was schreibst du der Druckerei, wenn du ihre Tiefschwarz-Mischung nicht kennst?
Kennst du die Tiefschwarz-Mischung deiner Druckerei nicht, schickst du die Datei mit Schwarz in C0 M0 Y0 K100 und schreibst dazu: „Bitte drucken Sie die große schwarze Fläche in Ihrem Tiefschwarz und lassen Sie Schrift und Linien in 100 % K.“ Die Druckerei setzt dann ihre Werte ein oder nennt sie dir zum Eintragen.
Wann ist ein Pantone-Schwarz sinnvoll?
Ein Pantone-Schwarz ist sinnvoll, wenn dein Auftrag in einer einzigen Farbe gedruckt wird: Für diesen Fall nennt CorelDRAW Pantone-Schwarz als Lösung, denn die meisten Pantone-Farben decken, während CMYK-Druckfarben durchscheinen. In einem CMYK-Auftrag käme es als fünfte Farbe hinzu, was die Kosten erhöht. Wie Volltonfarben funktionieren, liest du im Beitrag über Pantone-Farben.